Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult wechselt in die USA. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Swen Pförtner/dpa)

Zum vorerst letzten Mal will Almuth Schult an diesem Samstag ihre berühmt-berüchtigten «Humba»-Gesänge anstimmen.

Doch nach dem DFB-Pokal-Finale mit dem VfL Wolfsburg gegen Turbine Potsdam (16.45 Uhr/ARD) wird die Nationaltorhütern ihre Sachen packen, um zunächst zur Europameisterschaft in England zu reisen und dann zu ihrem neuen Verein Angel City FC in den Vereinigten Staaten. «In den USA habe ich mich noch nicht damit beschäftigt, ob das Teil der Kultur ist oder ein Teil der Kultur werden kann», sagte die 31-Jährige über mögliche «Humba»-Gesänge auch in Los Angeles.

In Wolfsburg klingt das vertraut. Schließlich kann Schult gegen Potsdam bereits zum fünften Mal das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal in ihrem Lebenslauf unterbringen. Ihr direktes Ziel ist der achte Pokal-Sieg mit dem VfL nacheinander, ihr indirektes das Entmüdungsbecken in der Kabine des Kölner Stadions, in dem Schult und ihre Teamkolleginnen «schon diverse Partys» gefeiert haben, wie sie sagt: «Auch das ist wieder unser Ziel.»

Eindrucksvolles Erbe

Ihre derzeitige Stimmungslage beschrieb die Nationalspielerin in den Tagen vor dem dem Pokalfinale mit «wehmütig». Das Packen von Umzugskartons habe sie noch nicht begonnen, erst soll das Sportliche erledigt werden. In Wolfsburg hinterlässt sie für ihre Nachfolgerin und Nationalmannschafts-Konkurrentin Merle Frohms (Eintracht Frankfurt) ein eindrucksvolles Erbe: Seit 2013 gewann sie mit den Wölfinnen jedes Jahr den Cup. «Achtmal nacheinander ist eine unglaubliche Serie, die ihresgleichen sucht. Das gibt es nur in sehr wenigen Sportarten», sagte Schult.

Der nahe Abschied der Torhüterin ist auch für viele ihrer Mitstreiterinnen noch mal ein zusätzlicher Anreiz. «Wenn man in einem Pokalfinale steht, braucht man eigentlich keine Extramotivation. Aber natürlich wollen wir auch für Almuth den Sieg nach Wolfsburg holen, um sie schön zu verabschieden. Das hat sie nach so vielen Jahren verdient», sagte Mittelfeldspielerin Svenja Huth.

Schult freut sich auf möglichst viele Zuschauer und ihre Familie, die im Stadion dabei sein wird. Ihre Eltern werden Schult zum ersten Mal gemeinsam beim Finale vor Ort anfeuern. Sie betreiben in Niedersachsen einen Bauernhof.

Aus ihrem kleinen Heimatort wird die im vergangenen Jahr auch als TV-Expertin so vielgelobte Schult dann in die schillernde Metropole Los Angeles ziehen. Dort wurde in diesem Jahr der Angel City FC ins Leben gerufen – unter anderem von der Schauspielerin Natalie Portman. «Man muss auch mal Sachen ausprobieren, um hinterher sagen zu können: Genau so ist man glücklich», sagte Schult.

Mehr Arbeit in Hollywood

Die Stadt Los Angeles ist es nicht, die sie anzieht, sondern eher der Spielstil der Liga. Die NWSL gilt als deutlich ausgeglichener als die von den Wölfinnen in den vergangenen Jahren zumeist dominierte Bundesliga. Diese Ausgeglichenheit ist besonders für Torhüterinnen interessant: «Man bekommt einfach mehr zu tun», sagte Schult.

Aber auch einen Hauch von Hollywood will die große Anhängerin der «Herr der Ringe»-Trillogie erleben – in der Vergangenheit besuchte sie bereits die Universal-Studios. Reizt es sie, demnächst Stars wie Club-Eignerin und Schauspielerin Portman zu treffen? «Ich bin nicht so ein Groupie», antwortete Schult darauf. «Ich bin keine, die hinterherlaufen würde, um ein Selfie zu machen.»

Von Felix Schröder, dpa

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