Zuschauer bilden im Ibrox-Stadion als Tribut die britische Fahne mit der Silhoutette der Königin. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Andrew Milligan/PA Wire/dpa)

Die Fans der Glasgower Fußball-Erzrivalen Rangers und Celtic haben vor Champions-League-Spielen ihrer Clubs höchst unterschiedlich auf den Tod von Königin Elizabeth II. reagiert.

Die Anhänger von Celtic zeigten vor dem 1:1 gegen den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk in Warschau auf der Tribüne Spruchbänder, in denen die gestorbene Monarchin verhöhnt wurde. Wenige Minuten nach Spielbeginn sangen Fans «Wenn ihr die königliche Familie hasst, klatscht mit den Händen.» Die Spieler beider Mannschaften trugen zum Gedenken indes einen Trauerflor.

Die Kommentatoren des übertragenden britischen Senders BT Sports hätten sich nach Bildern, die die grün-weiß gekleideten Fans und ihre Transparente zeigten, entschuldigt. Dies berichtete die Zeitung «Belfast Telegraph» am Donnerstag.

Hintergrund der Antipathie sind irische Wurzeln des Clubs. Nordirland gehört seit der Unabhängigkeit der Republik Irland vor gut 100 Jahren weiter zum britischen Königreich. Dort tobte jahrzehntelang ein blutiger Bürgerkrieg zwischen meist protestantischen Anhängern der Union mit Großbritannien und katholischen Befürwortern einer Wiedervereinigung mit dem EU-Mitglied Republik Irland.

Die Rangers-Fans im Glasgower Ibrox-Park würdigten die Queen dagegen mit einer Choreographie. Dabei war auf der Tribüne der britische Union Jack mit dem Konterfei von Elizabeth II. in der Mitte zu sehen. Außerdem wurde die von vielen Zuschauern mitgesungene Nationalhymne gespielt, vor dem 0:3 gegen den SSC Neapel gab es eine Gedenkminute. Der Club mit den Farben blau, weiß und rot und seine Anhänger gelten im Gegensatz zu den Celtic-Fans als Unterstützer der Monarchie und des Königreiches. Die Rivalität wird auch im Glasgower Stadtderby – dem sogenannten Old Firm – offen ausgelebt.

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