Aushängeschilder der Premier League: ManCity-Torjäger Erling Haaland (M) und sein Trainer Pep Guardiola. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Hendrik Schmidt/dpa)

Der englische Männerfußball steht vor einer Zäsur. Künftig soll eine unabhängige Behörde überwachen, dass die Clubs auf der Insel solide wirtschaften – von der Premier League bis hinunter in die fünfte Liga.

Das sieht ein Plan der britischen Regierung vor, der an diesem Donnerstag vorgestellt werden soll. Die Regierung folgt damit der Empfehlung einer von Fans geleiteten Untersuchung. Diese war eine Reaktion auf den Zusammenbruch zweier unterklassiger Vereine wegen finanziellen Missmanagements.

«Diese mutigen neuen Pläne werden die Fans wieder in den Mittelpunkt des Fußballs stellen, das reiche Erbe und die Traditionen unserer beliebten Vereine schützen und das schöne Spiel für künftige Generationen bewahren», sagte der britische Premierminister Rishi Sunak. Die Premier League teilte mit, die Pläne, die ein entsprechendes Lizenzierungssystem und diverse Kontrollmechanismen vorsehen, prüfen zu wollen. Entscheidend sei, dass die Regulierung nicht dem Spiel schade, die Liga müsse für Investoren weiter attraktiv bleiben.

Der Plan, eine Aufsicht einzurichten, ist auch eine Reaktion auf den gescheiterten Versuch von insgesamt zwölf europäischen Topclubs, 2021 eine Super League zu gründen. Die sechs beteiligten englischen Spitzenteams hatten diese Idee nach heftigem Widerstand der Fans und der Regierung schnell wieder aufgegeben.

Sollte eine unabhängige Instanz künftig die Premier League überwachen, könnte diese nach dem Willen der Regierung auch die Teilnahme von Mannschaften an Wettbewerbsformaten wie der Super League verhindern. Zudem müssten die Clubs bei jedem Verkauf oder jeder Verlegung eines Stadions die Genehmigung der Regulierungsbehörde einholen; Eigentümer und Investoren würden ebenfalls überprüft.

Der britische Sport-Staatssekretär Stuart Andrew kündigte am Donnerstag im Parlament an, man werde den Fans mehr Mitspracherecht geben. «Dazu gehört, dass die Clubbesitzer daran gehindert werden, wichtige Erbgüter des Vereins – wie Namen, Abzeichen und Heimtrikotfarben – zu ändern, ohne vorher die Fans zu konsultieren.» Auch für den Verkauf des Stadions oder einen Umzug des Clubs muss in Zukunft eine Genehmigung eingeholt werden. Die Einbindung der Fans werde «ein entscheidender Teil dieses Prozesses sein», versprach Andrew.

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