Transfer perfekt: Woltemade wechselt vom VfB zu Newcastle
Nick Woltemade nimmt Abschied vom VfB Stuttgart und wechselt nach England. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Tom Weller/dpa)

Der lange Transferpoker um Senkrechtstarter Nick Woltemade ist beendet: Der Fußball-Nationalspieler wechselt von DFB-Pokalsieger VfB Stuttgart zu Newcastle United. Beim Premier-League-Club unterschrieb der 23 Jahre alte Stürmer einen langfristigen Vertrag. Details nannte der Club nicht, er soll aber Berichten zufolge bis zum 30. Juni 2031 laufen. 

Nach dpa-Informationen zahlt Englands viermaliger Meister eine Ablösesumme in Höhe von bis zu 90 Millionen Euro. Woltemade, um den auch der FC Bayern München lange geworben hatte, ist damit der teuerste Verkauf der VfB-Historie.

«Es ist ein großer Schritt in meinem Leben, Deutschland zu verlassen. Aber jeder hat mich so gut willkommen geheißen, es fühlt sich schon wie eine Familie an», sagte Woltemade in einer Mitteilung von Newcastle.

Trainer Eddie Howe ergänzte, Woltemade erfülle genau die Anforderungen, nach denen der Club in der Offensive gesucht habe. «Nick ist außerdem ein toller Typ, wir freuen uns sehr, ihn in unserer Gruppe zu begrüßen», sagte Howe.

Transferpoker sorgt für Diskussionen

Die Wende im Transferpoker um Woltemade war am Donnerstagabend publik geworden. Nachdem es zuletzt nach einem Verbleib des Spielers ausgesehen hatte, bestätigten die Stuttgarter Berichte, wonach der Stürmer im finalen Austausch mit einem Club aus Europa steht. Aufgrund der «Rahmenbedingungen dieses Angebots» sei der Torjäger für entsprechende Gespräche vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt, hieß es. Nun ist der Deal mit Newcastle fix.

Die Verantwortlichen des FC Bayern indes hatten schon im Juni ihr Interesse an Woltemade bekundet. Auch der Spieler selbst hinterlegte beim VfB frühzeitig seinen Wechselwunsch und war sich mit den Münchnern bereits einig.

In den vergangenen Wochen war die Causa Woltemade ein beherrschendes Thema auf dem Transfermarkt. Mit mehreren – aus VfB-Sicht zu niedrigen – Angeboten blitzte der deutsche Rekordmeister bei den Schwaben ab.

Wechsel-Thema schien schon erledigt

Rund um den Supercup, den die Münchner vor zwei Wochen in Stuttgart gewannen, hatten die VfB-Bosse Alexander Wehrle und Fabian Wohlgemuth das Thema zumindest ihrer Meinung nach weitgehend abgeräumt. Woltemade werde auch in dieser Saison für den VfB spielen, beteuerten Vorstandschef und Sportvorstand unisono. Auch in den Tagen danach wichen sie nicht davon ab.

Nun folgte die Wende. «Nachdem wir einen Transfer von Nick in der laufenden Transferperiode lange Zeit ausgeschlossen hatten, haben sich die Rahmenbedingungen kurzfristig in einer solchen Größenordnung verändert, dass wir im Sinne unserer Gesamtverantwortung für den VfB Stuttgart – bei allem Wissen um Nicks sportlichen Wert – nun doch einem Verkauf zugestimmt haben», begründete Wehrle die Entscheidung der VfB-Führung.

Woltemade hatte durch seine furiose vergangene Saison, in der er auch zum A-Nationalspieler und zum EM-Star beim Final-Einzug der deutschen U21 aufstieg, das Interesse vieler Topclubs geweckt. In München sollte er nicht nur langfristig ein Erfolgsgarant für die Offensive um Starstürmer Harry Kane (31) werden, sondern auch kurzfristig den schwer verletzten Jamal Musiala ersetzen.

VfB holte Woltemade ablösefrei

Woltemade, dessen Abgang VfB-Trainer Sebastian Hoeneß als «herben Verlust» bezeichnete, war vergangenen Sommer ablösefrei von Werder Bremen zum VfB gekommen. Der Angreifer wurde zunächst nicht in den Champions-League-Kader berufen, startete im weiteren Saisonverlauf aber durch. In Summe kam er für die Schwaben in 29 Bundesliga-Spielen auf zwölf Tore. In Stuttgart stand Woltemade ursprünglich noch bis 2028 unter Vertrag – ohne Ausstiegsklausel.

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