Bayerns Serge Gnabry war am Wochenende zur Modemesse nach Paris gereist. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Hendrik Schmidt/dpa)

Julian Nagelsmann hat mit dem Abstecher von Serge Gnabry zur Fashion Week nach Paris keine Probleme – wenn die Leistung des Fußball-Nationalspielers stimmt.

«Generell habe ich die Überzeugung, dass ein Spieler in seiner Freizeit auch machen kann, was er möchte», sagte der Trainer des FC Bayern. «Wichtig ist, dass die richtige Antwort dann immer auf dem Platz liegt.»

Gnabry (27) war am Wochenende zu einem Abstecher zur Modemesse nach Paris gedüst, veröffentlichte Bilder von Foto-Shootings in nicht alltäglichen Outfits in sozialen Medien. Auflagen für die Freizeitgestaltung gebe es keine, sagte Nagelsmann. Dennoch steht Gnabry am Dienstag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) in der Allianz Arena gegen den 1. FC Köln unter Beobachtung.

«Ich muss ja gewisse freie Tage oder Planungen auch gegenüber meinen Chefs rechtfertigen und argumentieren, warum jetzt der Sonntag frei war oder warum wir nicht trainieren nach einem 1:1», sagte Nagelsmann drei Tage nach dem Leipzig-Spiel. «Da geht mir natürlich irgendwann – wenn dann die sozialen Kanäle voll sind mit diversen Shootings, die Argumentationskette flöten und dann geht’s darum, dass wir die Antworten auf dem Platz bringen. Dann ist egal, ob du in Paris warst oder nicht.»

Gnabry mit Top-Quote gegen Köln

Der Münchner Trainer wies auf die Rolle von Gnabry als Arbeitnehmer hin – wenngleich in einer anderen Gehalts-Dimension. «Generell kannst du als normaler Arbeitgeber deinem Arbeitnehmer nicht vorschreiben, dass er Sonntag um 10 Uhr in die Kirche gehen muss, um 12 Uhr Mittagessen, 14 Uhr soll er bitte Mittagsschlaf machen, um 16 Uhr ist Leopard, Löwe & Co. auf ARD zu sehen», sagte Nagelsmann.

«Ich glaube, dass es schon wichtig ist, dass jeder seine Freizeit so gestalten kann, dass er glücklich ist. Aber es muss zuträglich für deinen Beruf sein. Solange die Antwort am Dienstag passt, ist es okay für mich. Wenn es nicht passt, ist es nicht okay für mich», führte Nagelsmann aus. Mit dem 1. FC Köln als Gegner hat Gnabry gute Erfahrungen. In neun Bundesliga-Spielen gegen die Rheinländer traf der Flügelspieler elfmal.

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