Nach dem überraschenden Abschied von Stefan Kuntz beim Hamburger SV hat Trainer Merlin Polzin versichert, dass der Club gut mit der Situation umgehen werde. «Natürlich wird er fehlen», sagte der 35-Jährige einige Stunden, nachdem der Fußball-Bundesligist mitgeteilt hatte, dass der 63-Jährige aus familiären Gründen um eine sofortige Beendigung seiner Tätigkeit als Sportvorstand zum 31. Dezember 2025 gebeten hatte.
Polzin gab sich sicher, dass der HSV gut aufgestellt sei. «Der Verein steht im Mittelpunkt, und danach handeln wir alle, und da sind wir auch schon überzeugt, dass wir dann weiterhin gute Entscheidungen treffen werden», sagte er. Der Coach erfuhr im Urlaub in Dänemark, dass sein Vorgesetzter beim HSV aufhört.
Kuntz hatte im Mai 2024 das Amt beim HSV übernommen und nach dem sportlichen Aus von Ex-Coach Steffen Baumgart dem damals unerfahrenen Co-Trainer Polzin zunächst als Interims- und dann als Chefcoach die Chance gegeben. Der Mut zahlte sich aus: Zum Ende der Saison kehrte der Traditionsclub nach sieben Jahren Zweitliga-Zugehörigkeit 2025 zurück in die Bundesliga.
Polzin «extrem dankbar»
«Ich bin ihm in erster Linie extrem dankbar über die Erfahrungen, die wir gemeinsam gemacht haben», sagte Polzin. «Dass er unserem Trainerteam das Vertrauen geschenkt hat, dass wir gemeinsam aufsteigen durften, dass er uns in schwierigen Phasen mit seiner Erfahrung auch geholfen hat und uns sehr viel Vertrauen und Offenheit gegenüber gebracht hat», fügte er hinzu. Beide hätten ein «sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis gehabt».
Zunächst will der HSV mit Finanz-Vorstand Eric Huwer und «einer starken zweiten Führungsebene» in das neue Jahr starten, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß sagte.
Hinsichtlich einer langfristigen Lösung sagte er: «Wir haben im Aufsichtsrat dennoch längst begonnen, uns dazu auszutauschen, und werden eine Entscheidung treffen, wenn wir sie mit Blick auf den HSV für die richtige halten. Wir haben keinen Zeitdruck, sind wettbewerbs- und handlungsfähig.»

