Bayern-Gruß an BVB: «Wir haben unsere Aufgabe erledigt»
Bereit für Dortmund: Aleksandar Pavlovic jubelt nach seinem Tor. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Harry Langer/dpa)

Hatte Max Eberl etwa eine Vorahnung? «Wir haben unsere Aufgabe erledigt – wir haben gewonnen. Das darf nicht ganz untergehen», intervenierte der Sportvorstand, als ihm nach dem 3:2 (2:0) des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt dann doch eine Spur zu eifrig über die nach der klaren Führung noch ziemlich spannende Schlussphase diskutiert wurde. 

Ja, die Bayern wackelten bei der Dortmund-Generalprobe. Aber es war der BVB, der drei Stunden nach dem Bayern-Heimsieg vor dem Bundesliga-Clásico am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei seinem 2:2 in Leipzig nicht nur wackelte, sondern Punkte liegen ließ. Schon davor unkte Eberl: «Wir haben uns eine sehr gute Ausgangslage geschaffen für das Spiel in Dortmund.» 

Titelduell? Kane sagt, was viele Fans denken

In der Tat: Das Topspiel Zweiter gegen Erster firmiert seit Samstagabend wohl nur noch für Träumer und Utopisten unter dem Logo «Titelduell». Mit einem butterweichen Acht-Punkte-Polster reisen die Münchner zum Erzrivalen. 

Und Harry Kane sprach aus, was die meisten Fußballfans in Deutschland fühlen dürften, als er danach gefragt wurde, ob es am 24. Spieltag schon zur Entscheidung im Kampf um die Meisterschaft kommen könnte? «Viele Menschen werden so denken», sagte der Engländer: «Vor allem, wenn wir gewinnen sollten.» Dann wären die Münchner sogar elf Punkte voraus. 

Dass es nach einem dominanten 3:0 durch Aleksandar Pavlovic und dem nächsten Doppelpack von Kane zu den Saisontreffern 27 und 28 noch eng wurde in der Allianz Arena, verunsichert die Münchner Stars kein bisschen. Es soll in der nächsten langen Trainingswoche ohne internationalen Einsatz vielmehr die Sinne schärfen. 

«Besser ist es, ganz stark zu enden», sagte Vincent Kompany. «Es zeigt aber auch Charakter, das Spiel über die Linie zu ziehen», bemerkte der Bayern-Coach zum kuriosen Spielverlauf mit den späten Gegentoren der Eintracht durch den agilen Rückkehrer Jonathan Burkardt (77. Minute/Elfmeter) und den mit ihm eingewechselten Arnaud Kalimuendo (87.). 

Eberls Rat: Auch mal löschen

«Wir hätten es uns nach dem 3:0 leichter machen können. Wir holen sie ins Spiel zurück», klagte Eberl. Die Bayern drosselten nach der Verletzung von Alphonso Davies, der mit einem Muskelfaserriss vorerst erneut ausfällt, zu früh die Drehzahl. Und sie machten ungewohnte Fehler. 

Erst verursachte Mittelstürmer Kane im eigenen Strafraum einen Foulelfmeter, was Kompany allerdings nicht großartig thematisieren mochte. «Wie viele Tore hat Harry heute gemacht? Zwei?! Okay, muss ich noch etwas sagen dazu? Das kann auch dem besten Spieler mal passieren», sagte der Belgier.

Dann waren es Joshua Kimmich und Minjae Kim, die gemeinschaftlich das zweite Frankfurter Tor verschuldeten, als sie eine Drucksituation am eigenen Strafraum spielerisch lösen wollten. «Da heißt es einfach, auch mal löschen», mahnte der frühere Verteidiger Eberl. In seiner Zeit als Profi hätte er den Ball kurz vor Spielende einfach mal rustikal auf die Tribüne gedroschen. 

«Wir gehen in jedes Spiel als Favorit»

DFB-Kapitän Kimmich plädierte jedoch dafür, auch in solchen Momenten die eigene «DNA» beizubehalten. Und leise oder nachdenkliche Töne stimmten die Bayern-Profis nach dem Warnschuss schon gar nicht an mit Blick auf das anstehende Topspiel. «Wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal ob Dortmund oder Frankfurt. Und wir gehen in jedes Spiel als Favorit, auch nächste Woche», sagte Kimmich. 

Und Torschütze Pavlovic tönte: «Gegen Dortmund wird es wichtig sein, dass wir über die gesamte Spielzeit so spielen, wie in der ersten Halbzeit gegen Frankfurt. Dann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.»

Von Klaus Bergmann und Christian Kunz, dpa

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