Jan-Niklas Beste musste sich mit Spitzenreiter Regensburg (r) mit einen Punkt gegen den 1. FC Nürnberg zufrieden geben. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Armin Weigel/dpa)

Der Start war holprig, doch jetzt nehmen die Traditionsclubs in der so stark besetzten 2. Liga Fahrt auf.

Der FC Schalke 04, Werder Bremen und der Hamburger SV feierten am 6. Spieltag allesamt Siege und pirschten sich an die begehrten Aufstiegsplätze heran. Auch Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 gewannen, arbeiteten sich aus dem Keller und schauen wieder nach oben. Tabellenführer bleibt nach dem 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg aber weiter das Sensationsteam von Jahn Regensburg (13 Punkte).

Werder und HSV in Lauerstellug

Hinter dem SC Paderborn (11), der 0:1 gegen Schalke verlor, folgt schon punktgleich Bremen, das eine Woche vor dem Nord-Duell gegen den HSV mit 3:0 beim FC Ingolstadt gewann. Einen Zähler dahinter folgt punktgleich mit Nürnberg auf Rang sieben Mit-Absteiger Schalke, dem abermals Torjäger Simon Terodde den Sieg sicherte. Der HSV ist nach dem späten, aber umso erlösenderen 2:1-Heimsieg gegen den SV Sandhausen mit einem weiteren Punkt Rückstand Neunter. Düsseldorf nach dem 1:0 bei Erzgebirge Aue und Hannover nach dem 1:0 gegen den bisherigen Tabellendritten FC St. Pauli belegen mit sieben Zählern die Plätze 12 und 14. Rang zwei ist aber nur noch vier Punkte entfernt.

Schalkes Matchwinner war wieder einmal Simon Terodde, der die Torschützenliste mit sieben Treffern anführt. «Er muss nicht im Spiel sein, er hat auch kein Interesse daran. Du kannst ihn 85 Minuten ausschalten, aber da kannst du dir nichts für kaufen», sagte Paderborns Abwehr-Routinier Uwe Hünemeier frustriert. Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis sah nach einem «sehr hochklassigen Spiel einen irgendwo verdienten Sieg. Wir mussten hart kämpfen, aber die Einstellung der Jungs war topp.»

Beim HSV ist nach dem ersten Sieg seit sieben Wochen erst mal der Druck vom Kessel. Der Siegtreffer durch Moritz Heyer in der sechsten Minute der Nachspielzeit vor 19.950 Zuschauern könnte zudem als echter Brustlöser dienen. «Überragend. Was die Zuschauer hier abgeliefert haben, war ’ne Sensation», schwärmte Trainer Tim Walter, der zuvor im vierten Zweitliga-Jahr den schlechtesten Start zu verantworten hatte.

Umjubelter Weiser bei Werder

Bei Werder hieß der umjubelte Mann Mitchell Weiser. Der frühere Bayern-Profi, auf den letzten Drücker aus Leverkusen ausgeliehen, war in Ingolstadt gleich einer der Besten. «Es ist sehr schön, dass wir gewonnen haben und ich ein Tor schießen konnte», sagte Weiser. Lob gab es auch von Trainer Markus Anfang: «Mitchell hat sich gut in diese Mannschaft eingefügt. Ich glaube, dass passt.»

Auch in Hannover war der Jubel groß. Was noch wichtiger als das Verlassen der Abstiegsplätze in der 2. Fußball-Bundesliga war: Die 96er brachten ihr Publikum wieder hinter sich. 16 100 Zuschauer sahen eine überzeugende, hochengagierte Leitung. «So kann man die Leute mitnehmen», sagte Trainer Jan Zimmermann.

Im Tabellenkeller ist weiter Aue mit drei Punkten Letzter. Davor stehen Ingolstadt und Sandhausen mit je vier Zählern und Holstein Kiel nach dem 2:2 in Karlsruhe mit fünf.

Von Holger Schmidt, dpa

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