Die Leverkusener um Florian Wirtz stolperten in Mainz. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Thomas Frey/dpa)

Nach der ersten Pleite in diesem Jahr suchten die meisten Profis von Bayer Leverkusen schnell das Weite. Das 2:3 (1:0) beim FSV Mainz 05 zum Auftakt des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga sorgte bei der Werkself sichtlich für Verdruss.

Während die Rheinhessen den späten Sieg ausgelassen mit ihren Fans feierten, verschwanden die Gäste direkt nach dem Abpfiff in der Kabine. Dabei hatten Top-Torjäger Patrick Schick (35. Minute) und Joker Lucas Alario (74.) die Gäste vor 10.000 Zuschauern zweimal in Führung gebracht. Doch Aarón Martín (57.), Jean-Paul Boëtius (84.) und Marcus Ingvartsen (88.) drehten die Partie zugunsten der 05er, die mit dem fünften Heimsieg in Serie ihren Vereinsrekord aus dem Jahr 2009 unter Thomas Tuchel egalisierten.

«Wir haben ein gutes Spiel gemacht, das war eine tolle Leistung», sagte Torschütze Ingvartsen nach dem Spiel bei DAZN. Leverkusens Mittelfeldspieler Robert Andrich merkte an, dass Bayer «nicht unverdient» verloren habe: «Die Mainzer haben es heute echt gut gemacht. Wir hätten auch nicht viel verdient gehabt.» Die erste Chance hatten die Gäste. Kerem Demirbay prüfte in der 6. Minute Mainz-Torwart Robin Zentner. Die Rheinhessen machten dann allerdings das Spiel und den bissigeren Eindruck. Bayer hatte Mühe, Raum für das in dieser Saison so erfolgreiche Kombinationsspiel zu finden. Anders die Gastgeber. Anton Stach (13.) und Silvan Widmer (16.) scheiterten mit Schüssen an einem gut aufgelegten Lukas Hradecky, der stark parierte.

Engagierte Mainzer

Die Mainzer waren ohne personelle Änderungen in die Partie gegangen. Trainer Bo Svensson vertraute der gleichen Startelf wie in der Vorwoche beim 1:1 in Freiburg. Bayer-Trainer Gerardo Seoane tauschte einmal: Abwehrspieler Jonathan Tah kehrte nach überstandenem Infekt zurück und ersetzte den angeschlagenen Mitchel Bakker.

Die Führung hätten sich die engagierten Mainzer in der ersten Halbzeit verdient gehabt, doch auch die größte Möglichkeit nach einer halben Stunde führte nicht zum Erfolg. Jonathan Burkardt legte frei vor Hradecky auf seinen Sturmpartner Karim Onisiwo ab, doch der Österreicher wurde noch entscheidend gestört.

Besser machte es Leverkusens Top-Torjäger Schick: Der Tscheche versuchte es aus etwa 20 Metern mit einem Schuss und hatte Glück, das FSV-Kapitän Moussa Niakhaté den Ball unhaltbar für Torwart Zentner abfälschte. Es war das erste Gegentor für die Mainzer im heimischen Stadion seit dem 21. November beim 1:1 gegen den 1. FC Köln. Danach hatten die 05er vier Heimspiele in Serie zu Null gewonnen.

Schick verletzt raus

Schick musste kurz nach Wiederbeginn verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Alario (48.), der dann kurze Zeit später zusah, wie die Mainzer das Spiel wieder an sich rissen: Aarón Martín sorgte mit einem sehenswerten Freistoßtor für den Ausgleich. Das vermeintliche Führungstor durch Onisiwo wenig später wurde nach Videobeweis von Schiedsrichter Benjamin Cortus zurückgenommen (63.) – der Treffer auf der anderen Seite von Alario nach schöner Bayer-Kombination zählte dagegen.

Aber Mainz blieb dran und der eingewechselte Boëtius schlenzte den Ball vom Strafraumrand ins lange Eck zum 2:2-Ausgleich. Die Svensson-Elf bewies Charakter und mit viel Willen stocherte der andere Joker Ingvartsen den Ball durch die Bayer-Abwehr zur 3:2-Führung.

Von Eric Dobias und Felix Schröder, dpa

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