Schalkes Dominick Drexler macht das Tor zum 1:0 gegen Bochums Torwart Manuel Riemann. (Urheber/Quelle/Verbreiter: David Inderlied/dpa)

Thomas Reis trottete mit ausdrucksloser Miene über den Rasen der Schalker Arena. Während die Spieler des FC Schalke ihren ersten Saisonsieg ausgiebig mit den Fans feierten, verzog der Trainer des VfL Bochum nach dem 1:3 (0:1) am Samstag keine Miene.

Angesichts der sechsten Niederlage im sechsten Saisonspiel muss der Coach des Tabellenletzten mehr denn je um seinen Job bangen. Auch wenn er sich nach dem Abpfiff kämpferisch gab.

«Ich möchte mit der Mannschaft weiter den Bock umstoßen», sagte Reis bei Sky. «Wir haben nächste Woche das nächste Spiel und werden alles dafür tun, dass wir die ersten Punkte holen.» Er habe eine Mannschaft gesehen, «die absolut gewillt war», ergänzte der Trainer. «Ich würde gerne weitermachen, weil ich sage, das ist meine Mannschaft.»

Bochum weiter Tabellenletzter

Doch die nächste Niederlage verschärft die Lage beim VfL. Nach dem 0:1 durch Dominick Drexler (38. Minute), dem Eigentor von Erhan Masovic (73.) sowie dem späten Treffer von Sebastian Polter (90.+6) ist Bochum weiter Tabellenletzter. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich durch Simon Zoller (52.) bescherte seinem Team nicht den erhofften ersten Punktgewinn. «Nach sechs Spielen ist das sehr, sehr, sehr – ich würde fast schon sagen erbärmlich», sagte Zoller.

Dagegen hat sich die Lage für seinen Kollegen Frank Kramer nach dem Erfolg vor 62.041 Zuschauern in der ausverkauften Arena vorerst entspannt. Der erste Sieg seit dem Wiederaufstieg verhalf Schalke zum Sprung auf den 12. Rang. «Wenn man das hier sieht, dann ist man total happy, total glücklich», sagte Kramer.

Medienberichte, wonach VfL-Coach Reis in diesem Sommer Gespräche mit dem FC Schalke geführt haben soll, hatten vor dem Duell für zusätzliche Brisanz gesorgt. Mit der aufgeheizten Stimmung und dem gewachsenen Druck schienen sich die Schalker leichter zu tun. Zu Beginn der Partie übernahmen sie die Regie und zwangen den Reviernachbarn in die Defensive. Die frühe und verletzungsbedingte Auswechslung von Takuma Asano in der 4. Minute hemmte den Spielfluss der Bochumer zusätzlich.

0:1 hinterließ beim Schlusslicht sichtlich Wirkung

Doch das Schalker Plus beim Ballbesitz schlug sich zunächst kaum in Chancen nieder. Nur bei einem durch Masovic abgeblockten Schuss von Simon Terodde (15.) war der Gastgeber der Führung nahe. Die fehlende königsblaue Durchschlagskraft ermutigte die Bochumer zu mehr Gegenwehr. Doch gerade als sie nach zwei Chancen von Simon Zoller (23./35.) besser im Spiel schienen, gerieten sie in Rückstand. Einen abgefälschten Schuss von Marius Bülter konnte VfL-Keeper Manuel Riemann nur nach vorn abwehren, was Draxler per Direktabnahme zur Führung nutzte. Dieses 0:1 hinterließ beim Schlusslicht sichtlich Wirkung. Bis zur Pause geriet das VfL-Spiel wieder mächtig ins Stocken.

Doch nach Wiederanpfiff änderte sich das Bild. Für ihren nun deutlich größeren Eifer wurden die Bochumer früh belohnt, als Zoller einen Ball aus kurzer Distanz nach Vorarbeit von Asano-Ersatz Gerrit Holtmann und Philipp Hofmann aus kurzer Distanz über die Linie drückte und damit die seit drei Spielen anhaltende Torflaute seines Teams beendete.

Dieser Ausgleich leitete eine umkämpfte Schlussphase ein. Nach minutenlanger Schockstarre erhöhte der FC Schalke den Druck. Ein Schuss von Torjäger Terodde (71.) an das Lattenkreuz war das Startsignal zu einer Offensive, die der Bochumer Deckung Probleme bereitete. Nur zwei Minuten später lenkte Masovic einen Freistoß von Tobias Mohr ins eigene Netz. Mit seinem Kopfballtor nach Mohr-Flanke in der Nachspielzeit sorgte der Ex-Bochumer Polter für den Endstand.

Von Heinz Büse, dpa

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