Meldete sich in Berlin wieder zurück im Bayern-Tor: Manuel Neuer (l). (Urheber/Quelle/Verbreiter: Soeren Stache/dpa)

Manuel Neuer scherzte nach dem gelungenen Comeback bestens gelaunt über seine WM-Teilnahme. «Das muss der Hansi entscheiden», sagte Deutschlands nach leidiger Schulterblessur gerade rechtzeitig genesene Nummer eins auf die Frage, ob der Katar-Einsatz nun sicher sei.

Dauer-Torschütze Eric Maxim Choupo-Moting hätte gerne mitgelacht, musste aber schnell zur Dopingprobe. Und Julian Nagelsmann verlegte beim Lob für seine Matchwinner einen Sinnspruch aus dem Lateinischen fälschlicherweise nach Fernost.

«Aus einem gesunden Körper, nee, wie heißt es? Im gesunden Geist, im gesunden Körper, japanisches Sprichwort», verhedderte sich der Trainer des FC Bayern München nach dem 3:2 bei Hertha BSC. So wild der Bayern-Sieg in Berlin in einer kuriosen ersten Halbzeit heraus gespielt worden war, so kunterbunt ging es für den Rekordmeister auch nach dem Schlusspfiff im Olympiastadion weiter.

Weitere Siege sind eingeplant

Ob die von Union Berlin zurückeroberte Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga auch über das Wochenende hinaus noch Bestand haben sollte, war dabei sogar sekundär. «Wir können nicht auf andere Teams schauen. Wir können nur unsere Spiele gewinnen. Was passiert, passiert», sagte Torschütze Jamal Musiala. Union kassierte am Sonntag eine 0:5-Klatsche bei Bayer Leverkusen und liegt zwei Punkte hinter dem neuen Spitzenreiter aus München.

Der erste Schritt im anvisierten Neun-Punkte-Plan in der letzten Woche vor der WM-Pause war letztlich souverän gemacht. Weitere Siege gegen die Aufsteiger Werder Bremen und Schalke 04 sind fest eingeplant. Das ureigene Selbstvertrauen ist nach zehn Spielen ohne Niederlage und acht Siegen in drei Wettbewerben in Serie ohnehin wieder da.

Da kann man auch über einen Versprecher schmunzeln. «Mens sana in corpore sano», das war der Spruch, nach dem Nagelsmann vergeblich suchte. Der gesunde Geist in einem gesunden Körper, das war tatsächlich ein Münchner Leitmotiv gleich für beide maßgeblichen Protagonisten: Neuer und Choupo-Moting.

Neuer: «Es ist alles in Ordnung»

Torwart Neuer hatte nach vier Wochen Zwangspause wegen der schmerzenden Schulter mit einer grundsoliden Leistung alle Zweifel an seiner vierten WM-Teilnahme in Kürze in Katar beseitigt. Das Gute-Laune-Barometer schlug bei ihm ganz nach oben aus. Natürlich wird auch Bundestrainer Hansi Flick den Auftritt seines Kapitäns mit Freude verfolgt haben.

«Es ist alles in Ordnung», gab Neuer sein medizinisches Bulletin ab. Und: «Ja, klar», werde er auch die WM spielen können, konstatierte der 36-Jährige. «Wir sind alle froh in Deutschland, dass es Manuel wieder gut geht», sagte Nagelsmann. Dass es nach vier Wochen Pause hier und da «noch zwickt», sei zu verschmerzen, meinte Neuer. Und ein Risiko gäbe es im Fußball immer. Ein Schreck im Training am Vortag, als er auf die gesunde Schulter gefallen und Schmerzen verspürt habe, sei verdaut. «Da habe ich kurz gedacht: Uups, was ist jetzt los?»

Choupo-Moting «hat ja mal für die U21 gespielt»

Uups, was ist jetzt los, mag auch Choupo-Moting gedacht haben. Allerdings im positiven Sinne. Unfreiwillig freundlich bedient von Berliner Verteidigern traf der 33-Jährige innerhalb weniger Sekunden zweimal. Und das jetzt schon im Fallen, Liegen und mit dem nach hinten gedrehten Standbein. Instinktiv trifft der Kameruner. Viele Beobachter dachten sofort an Gerd Müllers Strafraum-Intuition. «Skurril» sei besonders der zweite Treffer gewesen, meinte Nagelsmann. Choupo-Moting baute damit seine in München unter dem Motto Vergesst-Robert-Lewandowski stehende Serie auf neun Tore in den letzten sieben Spielen aus.

Für Nagelsmann ist der Aufschwung des echten Neuners eine «logische Konsequenz» und nicht das Resultat seiner Personaländerung nach den dürftigen September-Resultaten. «Wenn er fit ist, wissen wir, dass er eine außergewöhnliche Qualität hat und die zeigt er jetzt», sagte der Bayern-Coach und fügte den leicht verdrehten Hinweis zum gesunden Geist und gesunden Körper an. Manuel Neuer hatte bei seiner Bewertung der Leistung des Stürmers einen anderen Gedanken, der sich aus seiner Sicht leider nicht realisieren lässt.

«Er hat ja mal für die U21 gespielt», erinnerte Neuer angesichts der deutschen Offensiv-Sorgen an Choupo-Motings DFB-Karriere. 2009 war das. Neuers heutiger Bayern-Ersatzmann Sven Ulreich stand damals im deutschen Tor, ein gewisser Thomas Müller spielte auch noch bei den Junioren. Doch dann folgten für Choupo-Moting Pflichtspieleinsätze für Kamerun. Er ist somit für Deutschland bei der WM nicht spielberechtigt.

Arne Richter und Sabrina Szameitat, dpa

Von