U21-Cheftrainer Antonio Di Salvo hat die Spieler beim Abschlusstraining in der Wirmachendruck-Arena um sich versammelt. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Marijan Murat/dpa)

Super-Talent Youssoufa Moukoko bleibt der Pechvogel in der deutschen U21. Der 16-Jährige, der schon beim EM-Triumph und vor einem Monat verletzungsbedingt hatte zuschauen müssen, fällt beim Fußball-Europameister auch für die letzten Länderspiele des Jahres aus.

Wegen einer Entzündung am Auge reiste der Stürmer von Borussia Dortmund aus dem Mannschaftshotel in Stuttgart ab, und wird der Auswahl von Neu-Trainer Antonio Di Salvo in der EM-Qualifikation am 12. November (18.15 Uhr/ProSieben MAXX) gegen Polen in Großaspach und vier Tage später gegen San Marino in Ingolstadt fehlen.

Di Salvo wieder ohne ein «herausragendes Talent»

«Das tut uns extrem leid. Er ist natürlich enttäuscht, er wollte sich zeigen», sagte Nationaltrainer Antonio Di Salvo bei einer Pressekonferenz in Großaspach. Aber die Gesundheit des Spielers sei einfach wichtiger. «Er weiß, dass er ein wichtiger Spieler für uns ist und wir auf ihn bauen», sagte der 42-Jährige.

Wie schon im Oktober, als Moukoko ebenfalls abreiste, muss Di Salvo wieder ohne ein «herausragendes Talent» planen. Am Ziel ändert das nichts. «Wir wollen dieses erfolgreiche Jahr der U21 mit zwei Siegen beenden», sagt Di Salvo, Nachfolger von Erfolgscoach Stefan Kuntz.

Zu gerne hätte Kuntz, mittlerweile Nationaltrainer in der Türkei, Moukoko schon bei der EM-Endrunde in der ersten Jahreshälfte eingesetzt. Bei den Gruppenspielen im März musste das Fußball-Juwel von außen verletzt zuschauen. Für die K.o.-Spiele gut zwei Monate später konnte Moukoko – ebenfalls verletzt – erst gar nicht nominiert werden. Zum Debüt kam es dann im September, als sich der Dortmunder zum jüngsten deutschen U21-Nationalspieler und deutschen U21-Torschützen überhaupt kürte. In zwei Länderspielen glückten ihm bereits drei Tore.

Ziel ist Platz eins

Ohne Moukoko bejubelte die U21 dann im Oktober zwei Erfolge beim Di-Salvo-Debüt, der Übergang von Kuntz zu ihm verlief ohne Reibungsverluste. Mit vier Siegen in vier Spielen führt der Europameister die Tabelle der EM-Qualifikation an – und das soll nach Vorstellung von Kapitän Jonathan Burkardt so bleiben.

«Gerade das erste Spiel gegen Polen muss gewonnen werden, um unseren Platz zu verteidigen und um klarzustellen, dass wir als Erster die EM-Qualifikation überstehen wollen», sagte der Mainzer. Ein Anruf von Bundestrainer Hansi Flick in der vergangenen Woche brachte dem 21-Jährigen «Wertschätzung» – und vermutlich weiteres Selbstvertrauen. Beim Kampf um ein Ticket für die EM-Endrunde 2023 in Georgien und Rumänien wird der Tabellendritte Polen dabei ein härterer Gegner sein als San Marino, das mit vier Niederlagen und 0:15 Toren abgeschlagen Gruppenletzter ist.

Die große Hilfe: Assistent Hermann Garland

«Viele Stellschrauben, die wir bearbeiten müssen» hatte Di Salvo trotz der Siege gegen Israel (3:2) und Ungarn (5:1) bei seinem Team ausgemacht. Dabei hilft auch der neue Assistent Hermann Gerland, dem die Jungstars nur zu gerne zuhören. «Allerdings habe ich vorher schon ein bisschen gezittert und mich erst nicht so recht getraut, ihn anzusprechen», sagte Moukoko lachend bei «ran.de». Zumindest im Training erlebte er den 67-Jährigen in Stuttgart intensiv.

Als Bayern-Kultfigur war Gerland mit daran beteiligt, dass Spieler wie Thomas Müller, Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger zu Weltstars avancieren konnten. «Jeder hier hat einen Riesenrespekt vor ihm. Man spürt seine Aura und Ausstrahlung», berichtete Burkardt und schmunzelte wegen Gerlands Art. «Er ist kein Typ, der dich die ganze Zeit streichelt. Er ist ehrlich und direkt – das macht ihn aus.»

Von Christian Kunz, dpa

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