Lässt sich vom Druck vor dem Spiel gegen Villarreal nicht aus der Ruhe bringen: Jürgen Klopp, Trainer vom FC Liverpool. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Pa Wire/PA Wire/dpa)

Vom enormen Druck lässt sich Jürgen Klopp schon lange nicht mehr aus der Ruhe bringen: «Wir sind Liverpool. Wir müssen kämpfen als ob wir die letzten zwölf Jahre nicht gewonnen haben.»

«Das ist hier immer die Situation», sagte der deutsche Trainer vor dem Hinspiel im Halbfinale der Champions League am heutigen Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN). Gegen den FC Villarreal, der im Viertelfinale den FC Bayern München rausgeworfen hatte, sind die Reds zwar der klare Favorit, unterschätzen werden die Engländer die Spanier aber sicher nicht.

Klopp: «Wir müssen das genießen»

«Es ist etwas Besonderes, Teil des Halbfinals zu sein. Es ist verrückt, ein massives Spiel», sagte der frühere Dortmunder und Mainzer Bundesliga-Coach Klopp: «So viele Trainer und Spieler arbeiten dafür ihr ganzes Leben und haben keine Chance, so nah dran zu sein. Wir müssen das genießen.» Im Heimspiel an der Anfield Road soll der Grundstein für das Erreichen des Endspiels am 28. Mai in Paris gelegt werden. Das Rückspiel findet am 3. Mai in Spanien statt.

Erstmals in der glorreichen Vereinsgeschichte könnte Liverpool gleich vier wichtige Titel in nur einer Saison abräumen. Den Liga-Pokal haben sie bereits gewonnen, im FA Cup ist das Finale gegen den FC Chelsea und Coach Thomas Tuchel erreicht, und in der Premier League liegt der LFC vor dem Saisonfinale nur einen Punkt hinter dem Dauerrivalen Manchester City. «Ich möchte das Gefühl, das wir nach dem Gewinn der Champions League hatten, noch einmal erleben», sagte Torjäger Mohamed Salah mit Blick auf den Königsklassen-Coup von 2019. Danach hatte es eine «unglaubliche» Siegerparade durch die Stadt gegeben.

Besonderer Respekt vor Trainer Emery

Besonderen Respekt hat Klopp derweil vor Villarreals Unai Emery. Der gewiefte Coach gewann 84 Prozent seiner K.o.-Duelle in der Champions League und in der Europa League seit der Saison 2009/10. Auch Klopp musste das mit Liverpool schon miterleben. Der mittlerweile 54-Jährige griff 2016 im Europa-League-Finale nach dem ersten Titel mit Liverpool, wurde aber von Emery und dem FC Sevilla gestoppt.

«Es war hart, das Spiel zu verlieren», erinnerte sich Klopp, gab aber auch zu bedenken: «Das war vielleicht Spiel Nummer 64 in dieser Saison.» Es sei für den Club wichtig gewesen, sich von diesem Rückschlag recht schnell zu erholen. Jetzt sei die Situation aber eine ganz andere. «Man kann es nicht richtig vergleichen, wenn sechs Jahre dazwischen liegen», sagte Klopp: «Ich weiß nicht, ob es was geändert hätte, wenn wir damals gewonnen hätten.»

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