Herthas Marc Oliver Kempf verschoss den entscheidenden Elfmeter. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Daniel Reinhardt/dpa)

Nach den wieder früh geplatzten Träumen von einem Finale daheim droht Hertha BSC schon beim Bundesliga-Auftakt das erste Stimmungstief. Die Pleite im Pokal wollen die Berliner daher möglichst schnell abhaken.

Es sei «jetzt die große Kunst, sich nicht nur von dem Ergebnis blenden zu lassen», sagte Trainer Sandro Schwarz nach den Training des Berliner Clubs. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) startet Hertha in die Meisterschaft – und da kommt es gleich zum heißen Stadtderby bei Rivale 1. FC Union Berlin.

«Wir hätten gern so einen Startschuss gehabt, so ein 4:3», sagte Schwarz: «Das wäre echt geil gewesen.» Doch der 4:3-Vorsprung in der Verlängerung reichte dem Bundesligisten in seinem Auftaktspiel bei Eintracht Braunschweig nicht, im Elfmeterschießen siegte der Zweitliga-Aufsteiger. Und Hertha blamierte sich früh im Pokal – wieder einmal.

Fans sprechen Mut zu

Dass es auch von den Ultras aufmunternde Worte nach dem Spiel gab, statt Hohn, Spott und Beschimpfungen, fasste auch Schwarz mit Freude auf. Man kennt auch andere Zeiten bei der Hertha rund um das Derby in der Hauptstadt. In der vergangenen Saison waren Ultras nach einer der insgesamt drei Niederlagen in den drei Stadtduellen beim Training aufgetaucht und hatten klare Ansagen gemacht.

Allerdings sagte Davie Selke in der «Bild» nach dem Gespräch mit einem Vorsänger der Ultras auch: «Er hat uns die Bedeutung des Derbys am kommenden Samstag mitgeteilt.» Diese sei natürlich allen bewusst. «Wir haben den Fans letzte Saison keinen Derby-Sieg schenken können. Wir wissen, dass wir den Fans damals in diesen drei Spielen viel zu wenig gegeben haben, und das wollen wir unbedingt ändern.»

Wie, das weiß Schwarz. Er will in der kurzen Vorbereitung auf das so prestigeträchtige Spiel «die Vorfreude und den Glauben» stärken, so Schwarz: «Wenn wir durchspielen, wie wir spielen wollen, sind wir auch gut. Das Selbstverständnis müssen wir auch ausstrahlen.»

Plattenhardt: «Es war nicht alles schlecht»

Und nicht wie in Braunschweig. Dort sahen die Gäste, die in der Vorbereitung zuletzt drei Testspielniederlagen im Trainingslager in England kassiert hatten, dank eines souveränen Auftritts in der ersten Halbzeit zunächst wie der klare Sieger aus. Zu Beginn der zweiten Hälfte kippte das Spiel aber.

«Es war nicht alles schlecht, da war auch viel Positives dabei. Im Endeffekt sind wir ziemlich enttäuscht, dass wir nicht weitergekommen sind, aber nichtsdestotrotz können wir daraus lernen», sagte Marvin Plattenhardt. «Es gibt im Pokal immer wieder solche Spiele, in denen man einen Knick bekommt, obwohl man 2:0 führt und eine überragende erste Hälfte gespielt hat», befand Kevin-Prince Boateng.

«Es ist schade, weil viele gute Sachen dabei waren, die wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben – aber es zeigt, dass wir eben weiterarbeiten müssen. Wir sind raus, aber es geht weiter», befand der Routinier. Besser: Am Samstag in Berlin bei Union geht es erst richtig los.

Von Felix Schröder und Jens Marx, dpa

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