Freiburgs Kevin Schade (l) und Freiburgs Trainer Christian Streich (r) nach dem Spiel. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Tom Weller/dpa)

Für seine Gegenspieler war Kevin Schade mal wieder zu schnell. Und weil sich die Spieler von Karabach Agdam nicht anders zu helfen wussten, holten sie den Flügelspieler des SC Freiburg gleich zwei Mal rüde von den Beinen. Das erste Einsteigen von Bahlul Mustafazada überstand Schade noch folgenlos.

Nach der Grätsche von Kevin Medina, der für seinen Einsatz mit der Roten Karte vom Feld geschickt wurde, musste der 20-Jährige aber wegen einer Verletzung ausgewechselt werden. 

«Er hat Schmerzen in der ganzen Wade», sagte Trainer Christian Streich nach dem schmeichelhaften 1:1 (0:1) seiner Mannschaft, bei dem der Videoschiedsrichter am Donnerstag dreimal zugunsten des Sport-Clubs entschieden hatte. «Sein Gegenspieler hat ihn mit der offenen Sohle voll weggeknallt. Aber ich hoffe, dass die Doktoren und Physiotherapeuten es beruhigt kriegen.»

«Es sieht nicht so aus, dass es schlimmer ist»

Erst im September meldete sich Schade nach einer Bauchmuskelverletzung, die ihn mehrere Monate zum Zuschauen gezwungen hatte, wieder zurück. Länger als 56 Minuten durfte er in der Bundesliga bislang aber noch nicht ran. Beim Spiel bei Aserbaidschans Meister in der Hauptstadt Baku stand er zum ersten Mal wieder in der Anfangself, ehe der Auftritt nach 62 Minuten zu Ende war. 

Streich hofft, dass sein Spieler nicht schon wieder aussetzen muss. «Es sieht nicht so aus, dass es schlimmer ist», sagte er mit Blick auf das Heimspiel gegen den 1. FC Köln. «Aber man weiß natürlich noch nicht, ob es für Sonntag reicht.» Fraglich ist für dieses Duell auch Daniel-Kofi Kyereh, der die Europa-League-Reise gar nicht erst antrat. «Wir haben uns entschieden, ihn daheim zu lassen. Er hat muskuläre Probleme», sagte Streich. «Vielleicht kriegen wir ihn fit.»

«Die Mannschaft leistet Außergewöhnliches»

Ohne Kyereh und zahlreiche Leistungsträger, die auf der Bank eine Verschnaufpause erhielten, tat sich Freiburg aufgrund fehlender Automatismen gegen Karabach schwer. Nils Petersen verwandelte nach dem ersten Foul an Schade den fälligen Strafstoß (25.). In der Nachspielzeit gelang den Gastgebern gegen den bereits feststehenden Achtelfinalisten aus dem Breisgau noch der verdiente Ausgleich. 

Dennoch war Streich mit dem Auftritt seiner Mannschaft mal wieder zufrieden. Schließlich beenden die Freiburger die Gruppenphase ohne Niederlage als Gruppenerster. Auch im DFB-Pokal ist der Vorjahresfinalist noch vertreten und in der Bundesliga befindet sich der Sport-Club als Dritter in Lauerstellung. 

«Dass es so läuft, hätten wir uns nicht erträumen können», sagte Streich. «Die Mannschaft leistet Außergewöhnliches und wir machen alles gemeinsam. Und wenn mal etwas nicht funktioniert, dann wird das abgeschüttelt und einfach weitergemacht.» 

Direkt weitermachen würde auch Kevin Schade nur allzu gerne. Um gegen Köln dabei zu sein, muss der pfeilschnelle Senkrechtstarter der Vorsaison aber den Kampf gegen die Zeit für sich entscheiden.  

Maximilian Wendl, dpa

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