Konsterniert: Torsten Lieberknecht muss mitansehen wie seine Mannschaft in Hannover verliert. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Swen Pförtner/dpa)

Die Entscheidung im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga ist vertagt, der Hamburger SV der große Gewinner des drittletzten Spieltages.

Die zuvor in sechs Auswärtsspielen nacheinander sieglosen Hanseaten gewannen problemlos mit 5:1 (4:0) beim Abstiegskandidaten Jahn Regensburg und liegen mit 60 Punkten auf Rang drei nur noch einen Punkt hinter dem 1. FC Heidenheim, der beim SC Paderborn mit 2:3 (2:1) unterlag. Tabellenführer SV Darmstadt 98 verpasste den vorzeitigen Aufstieg durch ein 1:2 (1:2) bei Hannover 96.

«Wir waren in der ersten Halbzeit richtig gut auf dem Gaspedal. Wir wollten zeigen, dass hier nur eine Mannschaft gewinnt», sagte HSV-Trainer Tim Walter nach dem Erfolg durch die Treffer von Robert Glatzel (5. Minute), Sonny Kittel (17./Foulelfmeter/45.+1), Miro Muheim (30.) und Filip Bilbija (81.). Vor dem Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth setzt der Coach auf die Heimstärke. «Daheim sind wir eine Macht, das wollen wir am Samstag zeigen», sagte Walter.

Aufstiegsparty muss noch warten

Darmstadt (64 Punkte), das zwei Platzverweise erhielt, musste die vorzeitige Meisterparty erst einmal verschieben, kann aber an diesem Freitag mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Magdeburg den Aufstieg perfekt machen. Die Heidenheimer gaben die Partie in Paderborn nach einer 2:1-Führung ab und benötigen nun noch zwei Siege, um den direkten Aufstieg in jedem Fall zu sichern. «Wir haben jetzt zwei Endspiele. Und bei allem Respekt: Wir spielen gegen den Vorletzten und den Letzten. Die beiden Spiele müssen wir gewinnen», sagte Mittelfeldspieler Norman Theuerkauf.

Der HSV konnte zudem seine ärgsten Verfolger abschütteln, da sich der Tabellenvierte FC St. Pauli und der Fünfte Fortuna Düsseldorf 0:0 trennten und damit beide – wie jetzt auch Paderborn – sechs Punkte Rückstand auf Platz drei haben. Nur ein Sieg hätte eine der beiden punktgleichen Mannschaften näher an die Hamburger führen können. Vor allem bei den Gastgebern war die Enttäuschung groß. «Wir haben noch zwei Spiele. Das bedeutet sechs Punkte zu holen – und das wollen wir machen», sagte St. Paulis Abwehrspieler Karols Mets.

Alles drin für Bielefeld

Im Abstiegskampf konnte Arminia Bielefeld mit dem in der siebten Minute der Nachspielzeit gesicherten 2:1-Sieg in Kaiserslautern zwei Punkte auf den 15. Rang gutmachen. Damit können die Ostwestfalen (33 Punkte) noch den direkten Klassenverbleib schaffen. «Das, was wir heute beweisen konnten, war Moral. Und die war groß, befand Bielefelds Urgestein Fabian Klos.

Verschlechtert hat sich durch den Bielefelder Sieg die Situation für den 1. FC Nürnberg, der nach dem 2:2 beim 1. FC Magdeburg nur noch zwei Punkte vor den Ostwestfalen liegt. «Wir versuchen, hoffentlich gegen Rostock den Dreier zu machen, den wir noch brauchen. Es liegt an uns, in den letzten beiden Spielen die nötigen Punkte einzufahren», sagte Trainer Dieter Hecking. Regensburg und der SV Sandhausen liegen mit 28 Punkten auf den beiden Abstiegsplätzen und haben auch nur noch eine kleine rechnerische Chance auf den Relegationsplatz.

Morten Ritter, dpa

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