Unions Sheraldo Becker (M) kniet sich nach seinem Treffer mit einer Spiderman-Maske vor die Fans. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Andreas Gora/dpa)

Spiderman Sheraldo Becker hat den 1. FC Union Berlin der Champions League ein gutes Stück nähergebracht. Zwei Tore und zwei Vorlagen steuerte der überragende Stürmer zum spektakulären 4:2 (3:0) des Berliner Fußball-Bundesligisten gegen Verfolger SC Freiburg bei.

Neben Becker, der in der 36. und 38. Minute traf und sich nach seinem ersten Tor eine Spiderman-Maske über den Kopf zog, waren noch Kevin Behrens (5. Minute) und Aissa Laidouni (80.) für Union erfolgreich. Für die erst nach der Pause munteren Freiburger trafen Manuel Gulde (56.) und Vincenzo Grifo (70./Foulelfmeter).   

In der Tabelle sprangen die Berliner zumindest bis Sonntag auf Platz drei – die in der ersten Halbzeit enttäuschenden Freiburger liegen nun drei Punkte und mit dem klar schlechteren Torverhältnis hinter Union auf Platz fünf. Nur die ersten vier Teams der Tabelle qualifizieren sich für die Champions League.

Ehrungen vor dem Spiel

Im Stadion An der Alten Försterei jubelten die 22.012 Zuschauern schon vor dem Spielbeginn zwei Spielern zu. Berlins Rechtsverteidiger Christopher Trimmel machte sein 300. Pflichtspiel für Union. Nationalspieler Christian Günter absolvierte sein 300. Bundesliga-Spiel für die Freiburger – diese Marke hatte in der Geschichte des Sport-Clubs noch kein Spieler geknackt. 

Viel zu feiern hatte Günter allerdings nicht. Bereits nach fünf Minuten traf Behrens nach Beckers Vorlage flach zur Union-Führung ins Eck. Offensiv schafften es die Freiburger in der ersten Halbzeit nie, die gewohnt tief gestaffelten Berliner zu überraschen. Bezeichnend für die harmlosen Gäste war ein Vorstoß von Kiliann Sildillia, der nach etwas über 20 Minuten eine Flanke unbedrängt ins Seitenaus schlug. Am Spielfeldrand verschränkte SC-Trainer Christian Streich die Arme. 

28 Minuten dauerte es bis zur ersten SC-Chance, einen Kopfball von Lukas Kübler lenkte Union-Torwart Frederik Rönnow über die Latte. Auf der anderen Seite folgte die Becker-Show. Zunächst vollendete er einen Union-Konter zum 2:0, zog sich daraufhin die Spiderman-Maske über und erhielt folgerichtig die Gelbe Karte. Dann drosch er den Ball aus 15 Metern wuchtig ins kurze Eck zum 3:0. Beide Vorlagen hatte Innenverteidiger Robin Knoche geliefert.

Streich reagiert mit Wechseln

Nach dem Seitenwechsel nahm Streich gleich drei Änderungen vor: Noah Weißhaupt kam für Günter (46.), Kenneth Schmidt für Sildillia und Michael Gregoritsch für Yannik Keitel (beide 53.). Und plötzlich tat sich etwas im zuvor so müden Freiburger Spiel. Erst köpfte Gulde den Ball nach einer Grifo-Ecke ein, dann verwandelte Grifo einen Elfmeter. Zuvor hatte Danilho Doekhi den in Hälfte eins für den verletzten Kübler eingewechselten Roland Sallai gefoult.

Die Freiburger schienen nun dran, kämpften um den Ausgleich – doch ein weiteres Mal sprintete Becker bei einem Konter auf und davon und legte überlegt quer auf den mitgelaufenen Laidouni, der Rest war Formsache: 4:2.

Matthias Ginter hätte die nimmermüden Gäste noch einmal heranbringen können, traf aus kurzer Distanz aber nur die Latte – den Nachschuss klärten die Berliner auf der Linie. Richtig laut wurde es nur noch einmal während der regulären Spielzeit – als Spiderman Becker nach einer Leistung, die reif für die Champions League sein dürfte, zur Auswechslung schritt.

David Joram, dpa

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