Die deutsche Mannschaft steht nach dem WM-Aus geschlossen im Kreis zusammen. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Sebastian Christoph Gollnow/dpa)

Die deutschen Fußballerinnen haben nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der WM Zuspruch von wichtigen Politikern des Landes erhalten.

«Was für ein Spiel! Millionen in Deutschland haben mitgefiebert – am Ende hat es leider nicht gereicht. Die nächste Chance wird kommen. Danke für Euren Einsatz», schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei Twitter.

Zuvor hatte auch schon Außenministerin Annalena Baerbock öffentlich Trost gespendet. «Was für ein Drama! Manchmal steckt einfach der Wurm drin. Kopf hoch, liebe DFB-Frauen», schrieb die Grünen-Politikerin ebenfalls bei Twitter. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) twitterte nach Spielschluss ein zerbrochenes Herz, Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) schrieb: «Wie schade! Das war wirklich ein knappes Ding. Den Sieg hätte ich unseren DFB-Frauen wirklich gegönnt. Kopf hoch, wir sind trotzdem stolz auf Euch!»

Erstmal keine konkrete Trainerinnendiskussion

«Jetzt klar zu sagen, woran es gelegen hat, kann ich gerade nicht», resümierte Kapitänin Alexandra Popp kurz nach dem Abpfiff. Jule Brand fehlten danach ebenso wie Worte wie Wolfsburg-Kollegin Lena Oberdorf: «Ich kann es nicht erklären.» Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg konnte die ganze Vorrunde schon etwas sachlicher überblicken: «Am Ende muss man sagen, hat unsere Leistung in den drei Spielen nicht ausgereicht, um mit vier Punkten in der Gruppe weiterzukommen.» Die Mannschaft sei nach dem frühen Rückstand geschockt gewesen, es habe die Spielruhe gefehlt. Schnelle Konsequenzen wollte sie jedoch vorerst nicht ziehen.

Ex-Nationalspielerin Anja Mittag, die mit dem DFB-Team alle großen Turniere gewann, zeigte sich traurig und fassungslos. «Ich bin geknickt», sagte Mittag der Deutschen Presse-Agentur. Ein Unterschätzen des Gegners habe sie nicht erkennen können. Vielmehr könnten die Verletzungen von wichtigen Spielerinnen zu negativen Reaktionen geführt haben. Außerdem vermisste Mittag Kreativität und eine Antreiberin neben Alexandra Popp. «Wenn man jemanden hat, der voran geht und die Tore macht, verlässt man sich vielleicht zu sehr darauf, dass es immer so sein wird. Alex hat geliefert, aber die jungen Spielerinnen sind vielleicht noch nicht so weit, um genauso zu handeln», sagte die 38-Jährige.

Eine Diskussion um die Bundestrainerin möchte auch sie nicht anfeuern. «Ich denke, sie soll weitermachen. Die Mannschaft muss sich für Olympia qualifizieren, sie hat den Umbruch eingeleitet. Man sollte jetzt nicht dieses Turnier zum Maßstab nehmen», sagte sie als Expertin beim TV-Sender Sky. Auch DFB-Manager Joti Chatzialexiou wollte unmittelbar nach Schlusspfiff «niemanden infrage stellen». Es sei ein «sehr emotionaler Moment, natürlich auch historisch, dass wir in der Vorrunde ausgeschieden sind».

Gegner-Trainer Bell: «Das tut mir echt leid»

Voss-Tecklenburgs Gegenüber, Südkoreas Nationaltrainer Colin Bell, ist vom Vorrunden-Aus ebenso überrascht worden. «Ich habe nicht gewusst, dass Deutschland raus ist, bis ungefähr vier, fünf Minuten nach dem Spiel. Das tut mir echt leid», sagte der 61-jährige Engländer im ZDF. «Über die Hälfte meines Lebens habe ich in Deutschland verbracht. Deswegen tut es mir echt leid.» Die Frauen um Alexandra Popp hätten gegen seine Koreanerinnen «alles versucht, das muss man denen auch lassen», sagte Bell.

Die deutsche Nationalmannschaft um Kapitänin Alexandra Popp war zuvor in Brisbane nicht über ein 1:1 (1:1) gegen Südkorea hinausgekommen und hatte damit das Achtelfinale des Turniers in Australien und Neuseeland verpasst.

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