BVB-Coach Edin Terzic steht nach dem Fehlstart in die neue Saison unter Druck. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Bernd Thissen/dpa)

Wenige Punkte, kaum Torgefahr und eine frühe Trainerdiskussion – bei Borussia Dortmund herrscht bereits vor dem 4. Spieltag der neuen Saison eine angespannte Stimmung.

Angesichts der dürftigen Ausbeute aus dem eher leichten Auftaktprogramm mit Spielen gegen Köln (1:0), Bochum (1:1) und Heidenheim (2:2) droht dem wankenden Vizemeister ein vorzeitiger kapitaler Rückschlag im Titelkampf.

Dennoch hält Trainer Edin Terzic die wachsende Kritik im Umfeld für übertrieben. «Wir sind natürlich unzufrieden mit dem Saisonstart. Dennoch war unsere letzte Niederlage am 1. April in München. Es fühlt sich aber gerade so an, als wenn am 1. April unser letzter Sieg war», klagte der Fußball-Lehrer vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim SC Freiburg.

Abgang von wichtigen Leistungsträgern

Die Prognosen diverser Skeptiker, dass die im vergangenen Liga-Showdown verspielte Meisterschaft noch lange negativ nachwirken könnte, scheinen sich zu bestätigen. Die als bestes Team des Jahres 2023 in die Saison gestartete Borussia ist derzeit noch auf Formsuche. An drei Spieltagen verbuchte sie nur fünf Punkte – so wenige wie zuletzt vor 14 Jahren.

Abgänge von wichtigen Leistungsträgern wie Jude Bellingham (Real Madrid) und Raphael Guerreiro (München) konnten bisher nicht kompensiert werden. Noch haben die Neuzugänge Ramy Bensebaini (Mönchengladbach), Marcel Sabitzer (München) und Felix Nmecha (Wolfsburg) keine rechte Bindung gefunden. Groß ist die Hoffnung, dass der erst spät verpflichte Torjäger Niclas Füllkrug (Bremen) nach bisher nur einem Kurzeinsatz das harmlose Angriffsspiel belebt.

Wie kurzlebig hohes Ansehen im Profifußball sein kann, bekam vor allem Terzic zu spüren. Der kurz vor dem Ende einer famosen Rückrunde noch als Erfolgscoach gefeierte 40-Jährige geriet zuletzt in das Zentrum der Kritik. Das ging selbst einem erfahrenen Altprofi wie dem ehemaligen BVB-Spieler Torsten Frings zu schnell. «Im Mai stand Terzic noch vor der Südtribüne und es haben ein paar Minuten zur deutschen Meisterschaft gefehlt. Nach drei Spielen zu sagen, der Trainer wackelt, ist für mich übertrieben», kommentierte er beim Pay-TV-Sender Sky.

Druck auf BVB-Trainer

Noch vor gut einem Monat hatte Vereinschef Hans-Joachim Watzke dem Dortmunder Fußball-Lehrer in einem Interview der «Sport Bild» mit deutlichen Worten das Vertrauen ausgesprochen: «Wir gehen die nächsten Jahre den Weg mit Edin Terzic. Punkt, aus. Nach so langer Zeit in diesem Geschäft meine ich beurteilen zu können, wer ein Top-Trainer ist. Und Edin ist ein Trainer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten.» Gleichwohl dürften Niederlagen in den nächsten beiden kniffligen Auswärtsspielen beim SC Freiburg und drei Tage später in der Champions League bei Paris Saint-Germain den Druck auf Terzic erhöhen.

Der Coach ist guter Dinge, dass sein Team in Freiburg eine ähnlich positive Reaktion wie die zuvor kriselnde DFB-Elf beim überraschenden 2:1 über Vize-Weltmeister Frankreich am Dienstag in Dortmund zeigt: «Es war deutlich zu erkennen, dass eine Mannschaft auf dem Platz stand, die für alles bereit war, um das Spiel zu gewinnen.»

Um die Verunsicherung in seinem Team zu vertreiben, erinnerte Terzic an das 3:1 in der vergangenen Saison: «In Freiburg ist es für die Auswärtsmannschaft nicht leicht, sie haben in den jüngsten 17 Heimspielen nur zehn Gegentore kassiert. Die letzte Mannschaft, die es geschafft hat, dort mehr als ein Tor zu erzielen, waren wir.» Kämpferisch fügte er an: «Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, aber wir wissen, was in uns steckt. Wir freuen uns, das allen am Samstag zu zeigen.»

Von Heinz Büse, dpa

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