Der 1. FC Köln trennte sich von Trainer Steffen Baumgart. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Andreas Gora/dpa)

Kein Trainer, keine neuen Spieler, keine Punkte und auch kein Geld: Der 1. FC Köln geht ohne Vier ins Jahr 2024. Zum Abschluss des Fußball-Jahres kam es für den Bundesligisten knüppeldick.

Kurz nach der bestätigten Trennung von Trainer Steffen Baumgart zum Jahresende gab der Internationale Sportgerichtshof Cas auch noch bekannt, dass der von den Rheinländern angefochtene Transferbann bestehen bleibt.

Dem Aus von Baumgart war eine sportliche Talfahrt in der Bundesliga mit dem 0:2 beim 1. FC Union Berlin am vorigen Mittwoch vorausgegangen, die nur wegen der um drei Treffer besseren Tordifferenz im Vergleich zum SV Darmstadt 98 nicht auf dem letzten Platz endete. Die vier Problemzonen des 1. FC Köln für das neue Jahr:

Der Trainer

Welcher Trainer passt zum 1. FC Köln? Steffen Baumgart schien die Idealbesetzung zu sein: hemdsärmlig, fußballverrückt, erfolgreich – ein Original und auch dank seiner Schiebermütze eine Kultfigur, die den Verein und sein gesamtes Umfeld belebte. Ungeachtet der weiter ungebrochenen Sympathien für den 51-jährigen Ex-Stürmer endet seine Zeit in Köln am 31. Dezember, weil die Ergebnisse nicht stimmten. Dennoch hinterlässt er für seinen Nachfolger große Fußstapfen. Wer das wird? Der Club gab am Donnerstag keine Antwort, wer nach der Weihnachtspause im Januar zum Trainingsauftakt das Team anleitet.

Die sportliche Situation

Der Blick auf die Tabelle ist für den 1. FC Köln alarmierend. Nur zehn Punkte aus 16 Spielen bedeuten Rang 17 – fünf Jahre nach dem Aufstieg droht erneut die Zweitklassigkeit. 2018 waren die Kölner zuletzt aus der Bundesliga abgestiegen. Damals kam der FC als Tabellenletzter nur auf 22 Punkte aus 34 Spielen. Seinerzeit war die Bilanz aber mit nur drei Zählern nach 16 Spieltagen noch verheerender. Hoffnung gibt zudem, dass auch der 1. FSV Mainz 05 als 16. nur zehn Punkte hat und es nur sechs Zähler bis zum 13. Platz sind.

Der Transferbann

Dass die Verpflichtung eines Jugendspielers einmal über Wohl und Wehe des Profi-Teams mitentscheiden könnte, hat wohl bei den Rheinländern niemand gedacht. Weil der Club 2022 den damals 16 Jahre alten Slowenen Jaka Cuber Potocnik nach Ansicht von dessen Ex-Club Olimpija Ljubljana und schließlich auch der FIFA regelwidrig nach Köln holte, hat der Weltverband den Bundesligisten mit einer Transfersperre von zwei Wechselperioden belegt. Der Internationale Sportgerichtshof hat die Strafe bestätigt. Heißt: Im Kampf um den Klassenverbleib gibt es kein neues Personal. Verkaufen aber geht, und es könnte daher sogar noch schlimmer kommen. Baumgart hatte zuletzt einen möglichen Transfer von Stammspieler Dejan Ljubicic angeprangert.

Die Finanzen

Der 1. FC Köln ist chronisch klamm. Das Wort «Sanierungsfall» wurde 2022 geprägt. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurde zwar bilanziert, dass die Verbindlichkeiten dank Conference League und Verkauf von Spielern wie Anthony Modeste und Salih Öczan von rund 66 auf 50,5 Millionen Euro reduziert wurden. Aus dem Schneider ist der Club jedoch noch lange nicht. «Wir müssen diesen Weg der finanziellen Gesundung konsequent weitergehen. Wir sind auf einem guten Weg, aber wir sind noch nicht durch», hatte Geschäftsführer Philipp Türoff erklärt. Ob der Club Baumgart auch noch eine Summe X als sogenannten goldenen Handschlag zahlen muss, weil dessen Vertrag eigentlich bis 2025 datiert war, ist nicht bekannt, würde aber die finanzielle Situation zusätzlich belasten.

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