Leverkusens Trainer Xabi Alonso führt mit seinem Team die Tabelle der Bundesliga souverän an. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Rolf Vennenbernd/dpa)

Die Warnung für Bayer Leverkusen kam aus der 2. Liga: Als Spieler hat Xabi Alonso nahezu alles erlebt, doch um seine Spieler zu sensibilisieren, bediente sich der frühere Welt- und Europameister eines aktuellen Beispiels aus dem Unterhaus.

«Ich habe vor unserem Spiel Hamburg gegen Osnabrück gesehen», sagte der Bayer-Trainer nach dem 2:0-Derbysieg beim 1. FC Köln, durch den der Bundesliga-Tabellenführer den Vorsprung auf den FC Bayern auf zehn Punkte ausbaute: «Gegen zehn zu spielen, ist manchmal nicht einfach. Hamburg hat gegen zehn verloren.»

Knapp eine Stunde vor dem Anpfiff des Leverkusener Spiels hatte Aufstiegsaspirant HSV mit dem bis Dezember noch in Köln trainierenden Steffen Baumgart in Überzahl den entscheidenden Treffer zur 1:2-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten VfL Osnabrück kassiert. Und auch die Leverkusener taten sich erst einmal schwer, nachdem sie bereits nach 13 Minuten durch die Rote Karte gegen Jan Thielmann in Überzahl spielten. «Sie verteidigen dann tiefer, es gibt nicht so viel Raum», erklärte Alonso: «Wir hatten Ballbesitz, aber nicht so viele Chancen. Am Ende war es nicht spektakulär, aber das Ergebnis ist super.»

Alonso gab seinem Team noch einen wichtigen Tipp in der Pause mit. «Ich habe gesagt, dass wir nicht mehr so emotional spielen dürfen, sondern mehr mit Kontrolle und Geduld.» Er wollte nicht riskieren, durch einen eigenen Feldverweis wieder Gleichzahl herzustellen. Den Platzverweis-gefährdeten Torschützen Jeremie Frimpong wechselte Alonso sogar zur Halbzeit aus. «In so einem emotionalen Spiel gibt es immer ein Risiko», erklärte der 42-Jährige. Bayer blieb zu elft und gewann.

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