Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt feierte in Frankreich seine Premiere für das DFB-Team. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Christian Charisius/dpa)

Gleich drei Stuttgarter Profis können den großen deutschen Fußball-Abend in Lyon stolz in ihren Lebenslauf eintragen. Jedenfalls verließen Maximilian Mittelstädt, Deniz Undav und Waldemar Anton das Groupama Stadium nach dem 2:0 der Nationalmannschaft im Anschluss an ihr jeweils erstes Länderspiel glücklich und stolz.

Eine märchenhafte Saison mit dem VfB in der Bundesliga hat für das Trio den vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mittelstädt, Undav und Anton sind jetzt auf dem Weg zur Heim-EM, wie ihr Kollege Chris Führich, der zum zweiten Mal für Deutschland spielte.

Der größte Gewinner unter den drei 27-Jährigen war natürlich Mittelstädt. Erstmals dabei – und dann gleich als linker Außenverteidiger in der Startelf – und das über die kompletten 90 Minuten. Und in vielen Szenen war er mittendrin, am Ende sogar beinahe noch als Torschütze, erst vorne mit einem wuchtigen Flachschuss, dann hinten bei einer verunglückten Abwehraktion. Antonio Rüdiger verhinderte Mittelstädts Eigentor.

«Ein sehr schönes Gefühl»

«Extrem schön», nannte Mittelstädt seine Länderspiel-Premiere. «Es ist ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist, für die Nationalmannschaft sein Debüt zu geben», erzählte er im ARD-Interview. «Ich glaube, schöner hätte es auch nicht sein können, 2:0 gewonnen. Das ist ein sehr schönes Gefühl, und ich bin extrem stolz.»

Einfach war der Job des Berliners nicht. Gegenspieler Ousmane Dembélé machte dem linken Außenverteidiger mit seinem Tempo und seinen Dribblings gerade in der ersten Hälfte das Debüt schwer. «Ja, er ist einer der Topspieler auf seiner Position auf der Welt. Es ist nicht einfach, ihn über 90 Minuten komplett im Griff zu behalten. Wir haben es als Mannschaft gut hinbekommen», sagte Mittelstädt. Ob er nach dem guten Anfang als Nationalspieler hoffe, nun auch am Dienstag gegen Holland wieder in der Startelf zu stehen, sagte er: «Ja, klar.»

Auch der nach 80 Minuten eingewechselte Stürmer Undav und der kurz vor dem Abpfiff von Bundestrainer Julian Nagelsmann auch noch als zusätzliche Defensivkraft in die Partie gebrachte Anton waren froh. Anton durfte sich geehrt fühlen, in der 89. Minute für Toni Kroos eingewechselt zu werden. «Ich bin erstmal stolz, dass ich die Einsatzzeit bekommen habe. Ich bin happy», sagte Undav. Für einen gefährlichen Schuss reichten die wenigen Minuten noch. «Natürlich hat es gut gepasst beim Debüt, dass wir 2:0 gewonnen haben.» 

In der Hand hielt er in den Stadion-Katakomben auf dem Weg zum Mannschaftsbus sein Trikot. «Das muss ich meiner Frau geben», verriet Undav. Mittelstädt hatte seines schon vor dem Spiel der Mutter versprochen.  

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