Der SC Freiburg konnte seine Negativserie beenden. (Urheber/Quelle/Verbreiter: David Inderlied/dpa)

Die Profis des SC Freiburg hüpften Arm in Arm vor ihren Fans auf und ab, Christian Streich beobachtete seine Sieger aus einiger Distanz.

Erleichtert feierten die Breisgauer das Ende ihrer Sieglos-Serie in der Fußball-Bundesliga und holten sich vier Tage vor einer historischen Chance in der Europa League weiteres Selbstbewusstsein. Die Mannschaft von Trainer Streich gewann beim VfL Bochum mit 2:1 (1:0).

«Extrem viel Druck» sei abgefallen, sagte Torschütze Michael Gregoritsch. Für Freiburg war es der erste dreifache Punktgewinn in der Liga nach zuvor sechs Partien ohne Sieg. «Das Selbstvertrauen in der Bundesliga ist nicht allzu groß, die Fitness ist auch nicht immer bei über hundert Prozent. Insofern sind wir sehr, sehr froh, dass wir das irgendwie über die Runden gebracht haben. So ein Sieg ist dann auch extrem wichtig für die Moral», betonte der Österreicher.

Maximilian Eggestein (36. Minute) und Gregoritsch (53.) erzielten die Tore für den SC und sorgten für die dritte Bochumer Niederlage nacheinander. Der Revierclub ist Tabellen-15., hat aber noch einen recht beruhigenden Vorsprung von sieben Punkten auf den Relegationsplatz. Für den VfL traf Verteidiger Ivan Ordets (62.).

Bochum hadert mit Schiedsrichter-Entscheidung

Sauer kommentierte Bochums Stürmer Moritz Broschinski eine Szene kurz vor der Halbzeit: Schiedsrichter Marco Fritz bewertete einen Armeinsatz von Matthias Ginter im Strafraum gegen Broschinski nicht als Foul. «Im Spiel hat es sich klar für mich angefühlt», sagte der 23-Jährige und wertete nach Ansicht der Bilder beim Streamingdienst DAZN: «Da sieht man klar den Griff, dass er mich in den Schwitzkasten nimmt. Das ist ein klarer Elfmeter.»

Freiburg liegt mit 33 Punkten im Tabellenmittelfeld und will am Donnerstag bei West Ham United in London erstmals in der Vereinsgeschichte in ein europäisches Viertelfinale einziehen. Das Achtelfinalhinspiel gegen den englischen Erstligisten hatten die Breisgauer zu Hause mit 1:0 gewonnen.

«Wir dürfen uns nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen», sagte SC-Trainer Streich vor der Partie. Und einen solchen bekamen die 25.594 Zuschauer im Ruhrstadion zu Beginn auch nicht zu sehen, Freiburger Spielkontrolle allerdings ebenso nicht.

Freiburger Führung fällt quasi aus dem Nichts

Die Partie blieb zunächst auf sehr überschaubarem Niveau. Fehlpässe und andere Ungenauigkeiten prägten das Geschehen. Ein Distanzschuss von Bochums Verteidiger Keven Schlotterbeck, den Freiburgs Torwart Noah Atubolu zur Ecke lenkte, war die gefährlichste Torchance in den ersten 35 Minuten. In Tornähe war zeitweise so wenig los, dass Tauben dort in Ruhe nach Nahrung suchen konnten.

Entsprechend unzufrieden wirkte Streich mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Immer wieder versuchte der 58-Jährige, mit lauten Ansagen und Gesten korrigierend auf das Spiel der Freiburger einzuwirken. Nach vorne ging trotzdem nicht viel. Die Führung der Gäste fiel quasi aus dem Nichts. Eine Flanke von der rechten Seite legte Gregoritsch per Kopf auf Eggestein ab und der Mittelfeldspieler traf mit der ersten wirklichen Freiburger Chance zur Führung.

Stöger verpasst Chance zum 1:1

Die Partie wurde nach dem verwehrten Elfmeter für Bochum hitziger. Fritz und der vierte Offizielle Sören Storks hatten mehrmals Mühe, die aufgeregten Gemüter auf dem Platz und vor den Ersatzbänken zu beruhigen. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs verfehlte Kevin Stöger mit einem nicht gut platzierten Kopfball aus aussichtsreicher Position den Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel bestrafte Freiburg das. Ritsu Doan flankte auf Gregoritsch und der völlig alleingelassene Mittelstürmer erzielte ziemlich einfach das zweite Tor für die Gäste. Bochum gab jedoch nicht auf. Nach einer Ecke gelang Ordets sehenswert per Kopf der Anschlusstreffer. Bochum drängte nun auf den Ausgleich. Der zweite Treffer gelang den Gastgebern trotz einiger Abschlüsse jedoch nicht mehr – auch wenn VfL-Keeper Manuel Riemann mitstürmte.

Von Thomas Eßer, dpa

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