Muss mit dem FC Bayern München gegen seinen Ex-Club RB Leipzig antreten: Trainer Julian Nagelsmann. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Silas Stein/dpa)

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann stellt sich auf Unmutsäußerungen gegen seine Person bei der ersten Rückkehr nach Leipzig ein.

Sie würden ihn aber nicht von seinem Job ablenken, den er im Topspiel der Fußball-Bundesliga am Samstagabend (18.30 Uhr) gegen seinen Ex-Club RB gewohnt erfolgreich ausüben wolle.

Trotz der erwarteten Pfiffe gehe er «voller Vorfreude in das Spiel», sagte der 34 Jahre alte Nagelsmann: «Ich zittere jetzt nicht. So schlimm ist es nicht, wenn da ein paar Leute pfeifen. Da müssten alle 34.000 pfeifen, dann ist das halt so.»

Nagelsmann: Bin kein «Lügenbaron»

Nagelsmann wehrte sich vor der Rückkehr nach Sachsen aber dagegen, als «Lügenbaron» bezeichnet zu werden, weil er angekündigt hatte, keine Spieler im Schlepptau mit nach München nehmen zu wollen. Der Transfer von Abwehrchef Dayot Upamecano habe schon vorher festgestanden. Und Seine Co-Trainer kamen auch schon mit ihm nach Leipzig. Vor zwei Wochen wechselte dann auch noch RB-Kapitän Marcel Sabitzer nach München.

Nagelsmann bemerkte zur damaligen Pressekonferenz-Aussage: «Wenn du da sitzt und sagst, ich will auf jeden Fall sechs Spieler und auch sieben Staff-Mitglieder mitnehmen, da weiß ich nicht, ob jeder Fan dann sagt, das ist besser. Würde der Fan morgen klatschen? Ich glaube nicht.» Seine «Performance» an der Seitenlinie würden die Emotionen von den Rängen sicher nicht beeinflussen. «Ich werde deswegen nicht ein schlechterer Trainer für das Spiel. Es wirft mich nicht aus dem Leben.» Grundsätzlich findet Nagelsmann «Hass» im Fußballstadion oder eine gewisse Wortwahl bei Unmutsäußerungen fragwürdig.

Nagelsmann kann für das Topspiel wieder nach Verletzungen mit den zwei Weltmeistern Lucas Hernández und Benjamin Pavard planen. Auch die zuletzt angeschlagenen Thomas Müller und Alphonso Davies stehen wieder zur Verfügung. Corentin Tolisso und Kingsley Coman fallen aus.

Nagelsmann gegen WM alle zwei Jahre

Deutlich gegen die Austragung der Fußball-WM im Zweijahresrhythmus hat sich Nagelsmann ausgesprochen: «Ich bin kein Freund davon», sagte er und verwies auf die ohnehin schon extreme Belastung der Nationalspieler, wobei er von «einer Abwertung der WM» sprach, wenn sie häufiger als alle vier Jahre stattfinden würde.

Es gebe schon jetzt «eine Flut an Terminen, die teilweise schwer zu stemmen sind», meinte der 34-Jährige. Die Vereine wie der FC Bayern müssten sich auch in einem vernünftigen finanziellen Rahmen bewegen, sagte er: «Wenn wir immer mehr Spiele haben, muss der Kader größer werden und du hast explodierende Kosten. Das muss alles gedeckelt sein», argumentierte der Coach: «Der Fußballspieler ist natürlich auch dafür da, die Massen zu begeistern und zu entertainen, aber die Flut der Spiele trägt nicht dazu bei, dass der Fußball besser wird.»

Sein Rat an den Weltverband FIFA lautet in punkto WM vielmehr: «Willst du gelten, mach dich selten. Fußball sollte nicht inflationär oft im Fernsehn zu sehen sein.»

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