Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff spricht bei einer PK. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Federico Gambarini/dpa)

Deutschland braucht bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Costa Rica einen Sieg – und damit Tore. Das klingt nach einem Fall für Niclas Füllkrug.

So sieht das auch der einstige Nationalmannschafts-Mittelstürmer Oliver Bierhoff, auch wenn er Bundestrainer Hansi Flick beim Turnier in Katar nicht in die Aufstellung hineinreden will. «Niclas hat natürlich gezeigt, dass man auf ihn zählen kann, auch von Anfang an», sagte der heutige DFB-Direktor bei MagentaTV vor dem letzten Gruppenspiel am Abend in Al-Chaur. 

Füllkrug hatte als Joker zum 1:1 gegen Spanien getroffen. Und hat sich damit für einen ersten Startelfeinsatz aufgedrängt. Zumal Costa Rica sehr defensiv erwartet wird. «Er ist jemand, der natürlich vorne ein gewisses Gewicht reinbringt. Wir gehen davon aus, dass die Costa Ricaner da einen oder zwei Busse hinten reinstellen. Da ist natürlich ein zentraler Stürmer immer gut», argumentierte Bierhoff. 

Der 54-Jährige ist – verständlich bei seiner Vita als ehemaliger kopfballstarker Brecher vorne drin – als Befürworter eines echten Neuners bekannt. Während Costa Rica schon ein ermauertes 0:0 bei einem spanischen Sieg im Parallelspiel gegen Japan zum Weiterkommen ausreichen würde, braucht die deutsche Mannschaft zwingend einen Sieg. 

Nur ein Erfolg mit acht Toren Differenz garantiert sogar den Einzug ins Achtelfinale aus eigener Kraft. Flick bezeichnete diese Variante jedoch als «sehr vermessen». Auch Bayern-Angreifer Thomas Müller nannte ein 8:0 «nicht wirklich ein realistisches Ergebnis bei einer WM». Costa Rica hatte das erste Gruppenspiel mit 0:7 gegen Spanien verloren.

Was passiert im besten Fall?

Im Erfolgsfall würde der weitere Turnierweg des DFB-Teams als Zweiter der Gruppe E – Stand jetzt – so aussehen: Im Achtelfinale am 6. Dezember wäre Kroatien, Marokko oder Belgien der Gegner. Vier Tage später könnte dann im Viertelfinale der Gegner Portugal oder Schweiz lauten. So weit wollte Flick vor dem Gruppen-Finale aber nicht denken. Er sprach erst einmal nur «vom Anspruch, dass wir ins Achtelfinale einziehen wollen».

Sollte das misslingen, würden dem DFB, Flick und Bierhoff stürmische Adventstage bevorstehen. Das weiß gerade Bierhoff nur zu gut nach den Erfahrungen von 2018, als nach dem historischen WM-Vorrunden-Aus auch intensiv über den damaligen Bundestrainer Joachim Löw und auch ihn debattiert wurde. Löw und er konnten sich im Amt halten. 

«Auch die Diskussionen werden teils populistisch und oberflächlich geführt», meinte Bierhoff bei MagentaTV. Er baute schon mal verbal vor: «Auf diese WM sehe ich anders als auf die WM 2018. Wir haben gute 60 Minuten gegen Japan gehabt, wir haben ein tolles Spiel gegen Spanien gehabt. Ich denke jetzt nicht darüber nach, was passiert, wenn wir ausscheiden, weil ich fest davon überzeugt bin, dass wir hier weitermarschieren.»

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