«Wir wollen morgen alles investieren», versprach Wolfburgs Chefcoach Tommy Stroot vor dem DFB-Pokal-Finale gegen den SC Freiburg. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Swen Pförtner/dpa)

Die elf Kilo schwere Trophäe mochten Wolfsburgs Chefcoach Tommy Stroot und seine Torjägerin Ewa Pajor ebenso wenig anfassen wie Freiburgs Trainerin Theresa Merk und ihre Nationalstürmerin Janina Minge.

Bereitwillig stellte sich das Quartett aber nach der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Finale am Donnerstag (16.45 Uhr/ARD und Sky) in Köln neben das Objekt der Begierde.

Vor der Rekordkulisse im Rhein-Energie-Stadion können die Fußballerinnen aus Niedersachsen den Cup um neunten Mal hintereinander in die Höhe stemmen – aber Freiburg macht sich durchaus Hoffnungen auf eine Überraschung. Schließlich hatte so etwas Eintracht Frankfurt am vergangenen Sonntag vorgemacht: Mit einem 4:0-Sieg rissen die Gastgeberinnen den VfL aus allen Meisterträumen.

«Wir wissen, dass die beiden Spiele nichts miteinander zu tun haben. Es war klar: In dem Moment, wo wir in den Bus steigen Richtung Köln, geht’s nur noch um das Finale», sagte Stroot und versprach: «Wir wollen morgen alles investieren.»

Trophäe in der Champions League

Der Triple-Sieger von 2013 muss wohl den Meistertitel dem FC Bayern München überlassen, hat aber neben dem Pokal-Finale noch ein zweites ganz großes Endspiel: Am 3. Juni geht es in Eindhoven gegen den FC Barcelona um die Trophäe in der Champions League. Mit dem insgesamt zehnten Pokalsieg wäre Wolfsburg alleiniger Rekordsieger vor dem 1. FFC Frankfurt (9), dessen Frauen inzwischen für die Eintracht spielen.

Der Bundesliga-Sechste aus Freiburg muss zwar auf Torhüterin Lena Nuding (Knieverletzung) verzichten, will sich aber von Wolfsburgs Serie und den vielen Nationalspielerinnen wie Alexandra Popp, Lena Oberdorf und Merle Frohms nicht einschüchtern lassen.

Nationalstürmerin Stürmerin Janina Minge erinnerte an das Endspiel 2019, als der SC nur mit 0:1 dem VfL unterlag. «Das Ergebnis ärgert mich immer noch. Wir haben damals gesehen, dass alles drin war. Wenn wir noch bisschen Glück auf unserer Seite haben, bin ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen können.»

Zuschauerrekord für das Pokal-Endspiel

Der DFB hat für das Finale bisher 42.000 der 44.808 Tickets verkauft und hofft ein volles Haus – ein Zuschauerrekord für das Pokal-Endspiel ist es längst. Auch die Bundesliga-Bestmarke vom April mit 38.365 Fans bei 1. FC Köln – Eintracht Frankfurt wird übertroffen. «Für uns ist es total wichtig, dieses Spiel zu genießen. Wir wollen natürlich die Kulisse aufsaugen und freuen uns wahnsinnig auf die Begegnung», sagte Freiburgs Trainerin Merk. «Wir wollen alles Erdenkliche auf dem Platz lassen.»

«Gänsehaut-Momente» verspricht sich auch Fabienne Michel aus Mainz, die bei der Premiere mit dem möglichen Videobeweis-Einsatz das Spiel pfeift. Im sogenannten Keller Kölner sitzt die erfahrene Katrin Rafalski aus Baunatal als Videoassistentin. In der Frauen-Bundesliga gibt es im Gegensatz zu großen Turnieren und der Champions League noch keinen VAR.

Von Ulrike John, dpa

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